(Deutschland, Europa und die Welt) Dieser kurze Ausschnitt von einem Interview mit einem der bedeutendsten Klimaforscher, Prof. Hans Joachim Schellnhuber sollte jeden zu denken geben.
Auch die Leute und Entscheiderinnen, (Hallo Gas-Kati, Wirtschaftsministerin) , welche von der fossilen Industrie mutmaßlich gefördert, bestochen, lobbyiert, bespendet werden.
„Wenn wir in Richtung drei Grad gehen würden oder mehr, wäre das das Ende der menschlichen Zivilisation.“
Hans Joachim „John“ Schellnhuber ist einer der weltweit bedeutendsten und einflussreichsten Klimaforscher. Sein Wirken hat die moderne Klimawissenschaft und die internationale Klimapolitik maßgeblich geprägt.
Hier sind die wichtigsten Aspekte zu seiner Person und Arbeit:
1. Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
Schellnhubers bleibendstes Vermächtnis ist die Gründung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Jahr 1992. Er leitete das Institut als Direktor bis 2018 und formte es zu einer der weltweit führenden Adressen für interdisziplinäre Klimaforschung. Das PIK untersucht nicht nur die physikalischen Grundlagen des Klimawandels, sondern vor allem auch dessen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft sowie mögliche Lösungsstrategien.
2. Wegbereiter des Konzepts der „Kippelemente“
Wissenschaftlich international bekannt wurde Schellnhuber vor allem durch die Einführung und Weiterentwicklung des Konzepts der Kippelemente im Klimasystem (engl. tipping elements).
- Die Idee: Das Klimasystem der Erde reagiert nicht überall linear und langsam auf Erwärmung. Es gibt bestimmte Teilsysteme, die bei Überschreiten einer kritischen Temperaturschwelle (einem „Kipppunkt“) abrupt und oft irreversibel in einen neuen Zustand übergehen – ähnlich wie eine Tasse, die man langsam kippt, bis sie plötzlich umfällt.
- Beispiele: Zu den von Schellnhuber und Kollegen identifizierten Kippelementen gehören das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes, der Zusammenbruch des Golfstromsystems (AMOC), das Sterben des Amazonas-Regenwaldes oder das Auftauen der Permafrostböden. Das Risiko besteht darin, dass das Kippen eines Elements dominoartig weitere Kippvorgänge auslösen könnte.
3. Architekt der internationalen Klimapolitik
Schellnhuber war und ist ein Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Politik. Er verstand es wie kaum ein anderer, komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in klare politische Handlungsempfehlungen zu übersetzen.
- Vordenker des 2-Grad-Ziels: Er war einer der ersten, der die Notwendigkeit einer klaren Obergrenze für die globale Erwärmung formulierte, um gefährliche Klimafolgen abzuwenden. Das Konzept der „planetarischen Leitplanken“, zu denen die Begrenzung der Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gehört, geht maßgeblich auf ihn zurück und wurde zur Grundlage des Pariser Klimaabkommens.
- Politikberater: Schellnhuber beriet zahlreiche politische Entscheidungsträger, darunter die deutsche Bundesregierung (als langjähriger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen, WBGU), die Europäische Kommission und die Weltbank. Er war auch ein wichtiger Berater des Vatikans bei der Erstellung der Umwelt-Enzyklika „Laudato si’“ von Papst Franziskus.
4. Aktuelles Engagement: Bauen mit Holz
Nach seiner Zeit als PIK-Direktor widmet sich Schellnhuber verstärkt der Frage, wie wir konkret zur Lösung der Klimakrise beitragen können. Sein Fokus liegt dabei auf dem Bausektor, der für einen großen Teil der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist. Er gründete die Initiative „Bauhaus Erde“, die sich für eine Transformation des Bauwesens hin zu nachhaltigen, biobasierten Materialien – insbesondere Holz – einsetzt. Die Idee ist, Gebäude nicht mehr als Emissionsquellen, sondern als Kohlenstoffspeicher zu nutzen.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
Für seine herausragenden Leistungen wurde Hans Joachim Schellnhuber mit zahlreichen hochrangigen Preisen geehrt, darunter der Deutsche Umweltpreis, der Blue Planet Prize (der oft als „Nobelpreis für Umweltwissenschaften“ bezeichnet wird) und das Bundesverdienstkreuz. Er ist Mitglied in renommierten wissenschaftlichen Akademien wie der National Academy of Sciences der USA, der ehrwürdigen Royal Society und der Leopoldina.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Hans Joachim Schellnhuber ist nicht nur ein brillanter Wissenschaftler, der unser Verständnis des Erdsystems revolutioniert hat, sondern auch ein unermüdlicher Mahner und Gestalter, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Klimawandel als die zentrale Herausforderung unserer Zeit erkannt wurde.
Hier das Transkript seiner Aussage:
„Bei einer Drei-Grad-Erwärmung würden die inneren Tropen unbewohnbar werden in dem Sinn, dass Sie ohne Klimaanlage im Freien nicht länger als drei Stunden überleben könnten, weil die Kombination aus Temperatur und Luftfeuchte uns physiologisch überfordern würde.
Das heißt, dass dann zwei bis drei Milliarden Menschen keinen Lebensraum mehr hätten. Wo gehen diese zwei bis drei Milliarden Menschen hin? Gleichzeitig haben wir eine Abschottungspolitik im Augenblick. Das ist das, was die Amerikaner ‚The Perfect Storm‘ nennen, ne?
Zwei Lokomotiven rasen aufeinander zu: Einerseits schrumpft die bewohnbare Zone auf der Erde, gleichzeitig ist es aber so, dass wir weiterhin Bevölkerungswachstum haben in diesem Fall.
Das heißt, hier im Fernsehen bei Zeit im Bild kann ich Ihnen sagen: Wenn wir in Richtung drei Grad gehen würden oder mehr, wäre das das Ende der menschlichen Zivilisation.“

Die Biographie kommt von Wikipedia, Web und GEMENI
