Eine interessante Definition über Wohlstand und Reichtum: „Edel-Tagelöhner“ (2)

(Deutschland, Europa und die Welt) Im „DER SPIEGEL“ gab es einmal eine Geschichte über Reichtum und ein Forscher hat ermittelt das auch ein Anwalt mit einer etwa 50- 70 Stunden Arbeitswoche zwar wohlhabend aber nicht unbedingt reich ist. Denn wenn er nicht mehr arbeitet bricht sein System zusammen.

Diese Geschichte greift einen zentralen Punkt der modernen Wohlstandsforschung auf: die Unterscheidung zwischen Einkommensreichtum und Vermögensreichtum. Der beschriebene Anwalt steckt in der sogenannten „High-Earner-Not-Rich-Yet“-Falle (kurz: HENRY).


Hier ist eine Analyse, warum das System bei 50- 70 Stunden Arbeit pro Woche zwar Wohlstand generiert, aber keinen echten Reichtum im Sinne finanzieller Freiheit bedeutet:

​Der Unterschied zwischen Wohlstand und Reichtum

​In der Soziologie und Ökonomie wird oft differenziert, wie unabhängig eine Person von ihrer eigenen Arbeitskraft ist.

  • Wohlstand (High Income): Man leistet sich ein Haus in bester Lage, teure Urlaube und Privatschulen. Doch dieser Lebensstil ist direkt an die aktuelle Arbeitsleistung gekoppelt. Fällt das Honorar weg, reicht das Ersparte oft nur für wenige Monate oder Jahre, um diesen Standard zu halten.
  • Reichtum (Wealth): Reichtum beginnt dort, wo das System ohne das eigene Zutun weiterläuft. Ein wirklich Reicher besitzt Assets (Immobilien, Firmenbeteiligungen, Aktien), die einen Cashflow generieren, der den Lebensstil deckt – völlig unabhängig von einer 70-Stunden-Woche.

​Warum das System des Anwalts „zusammenbricht“

​Das Problem des Anwalts ist die Skalierbarkeit. Seine Haupteinnahmequelle ist der Verkauf seiner Zeit.

  1. Zeit-Geld-Kopplung: Wenn der Stundensatz bei 200 € liegt, verdient er hervorragend. Doch der Tag hat nur 24 Stunden. Er kann sein Einkommen nicht beliebig steigern, ohne seine Gesundheit oder Freizeit zu opfern.
  2. Hohe Fixkosten: Wer 70 Stunden arbeitet, „erkauft“ sich oft Lebensqualität durch Outsourcing (Reinigungskräfte, Nannys, teure Lieferdienste) und kompensiert den Stress durch Luxuskonsum. Das erhöht die Burn-rate des Kapitals.
  3. Das Klumpenrisiko „Human Capital“: Das gesamte Vermögen basiert auf der Arbeitsfähigkeit einer einzigen Person. Ein Burnout oder eine längere Krankheit beendet den Geldfluss sofort, während die Fixkosten bleiben.

​Die Definition nach Forscher-Maßstäben

Wissenschaftler wie Thomas Druyen (Vermögensforscher) betonen oft, dass echter Reichtum auch eine psychologische Komponente hat: die Souveränität über die eigene Zeit.

„Wer für sein Geld arbeiten muss, ist nicht reich. Reich ist, wer das Geld arbeiten lässt oder andere regelmäßige Einkünfte hat.

Der Anwalt in der SPIEGEL-Geschichte ist im Grunde ein „Edel-Tagelöhner„. Er steht unter dem enormen Druck, den Cashflow aufrechtzuerhalten, um die Fassade des „Reichtums“ (den Wohlstand) zu finanzieren.

Symbolbild aus dem Internet
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Ein Kommentar

  1. Sehr interessant dein Kommentar zu Reichtum. Genau das habe ich nach einigen wenigen Jahren auch erkannt als ich meine Firma in Neuseeland startete im Jahre 1988 und 2005 verkaufte.
    In dieser Zeit baute ich mein Investment Portfolio auf mit dem Hintergrund frühzeitig nicht mehr arbeiten zu müssen. Mit einem Partner kaufte ich 216ha Land und pflanzte Fichten und douglas. Auch stieg ich in die Fischindustri fir um nach 28Jahren das Bauholz zu verkaufen, wie sich aber heraus stellte war es viel lukrativer die co2 credite zu verkaufen wo wir jedes Jahr 7000@ 50bis 70 Dollar bekommen .Auch stieg ich in die Fischindustrie ein und kaufte eine Muschel Quota die ich jedes Jahr auslease an Taucher die die Muscheln nach China verkaufen. Und wie jeder gute Neuseeländer kaufte und verkaufte ich 8Häuser alles steuerfrei in NZ
    Und seit 2013 habe ich ca 30% in den Aktien Markt gesteckt. Somit wäre mir nie der Gedanke gekommen Geld in einen Porsche zu stecken. Der größte Reichtum für mich ist die Tatsache dass ich nicht mehr arbeiten und mich nicht mehr von Idioten anmachen lassen muss und nicht das Geld. LG vom Rainer

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