Der amerikanische Journalist und Autor David Wallace-Wells hat 2017 einen Artikel im »New York«-Magazin veröffentlicht mit dem Titel »Die unbewohnbare Erde«, aus dem später auch ein Buch wurde.
Er beschreibt darin, wie sich Teile der Welt durch den Klimawandel so verändern, dass Menschen dort auf absehbare Zeit nicht mehr leben können. Wallace-Wells wurde vielfach zitiert, jedoch auch für seine Analyse angefeindet, Kritiker warfen ihm Alarmismus vor.
Tatsächlich aber hat sich Wallace-Wells’ Befund seit Erscheinen des Artikels nur immer weiter bestätigt.
Es sind nicht mehr nur Landstriche in Asien oder Afrika, die zu Wüsten werden. Auch in Europa, auf dem Kontinent, der sich so schnell erhitzt wie kein anderer, stellen sich Menschen zunehmend Existenzfragen (mehr dazu hier (S+)). Es reicht, auf die Meldungen der vergangenen Tage zu schauen, um das Ausmaß der Krise zu begreifen. Eine Auswahl:
- In den Alpen liefern Hubschrauber Trinkwasser, weil auf den Hütten das Bergwasser knapp wird (mehr hier (S+))
- Auf dem Rhein ist der Pegel zwischenzeitlich auf 24 Zentimeter gesunken, Schifffahrt ist dort kaum mehr möglich (mehr hier (S+))
- Ungarn schaltete wegen der Hitze das Atomkraftwerk Paks ab, dem Land fehlt gerade die Hälfte des Stroms (mehr hier)
Die Klimakatastrophe ist keine ferne Dystopie mehr. Sie ist längst Alltag, das neue Normal, auch in Europa. Das Problem ist, dass weder Politik noch Gesellschaft der Herausforderung gerade auch nur ansatzweise gerecht werden.
Statt alles daranzusetzen, die Krise zumindest einzudämmen, werden Maßnahmen zum Klimaschutz eher noch zurückgefahren.
Die Klimakatastrophe lässt sich allerdings nur so lange verdrängen, bis sie sich – durch noch mehr Dürren, noch größere Brände, noch mehr Überschwemmungen – nicht mehr verdrängen lässt.
Quelle: DER SPIEGEL
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