Das Zeitalter „Feuer aus der Wand“

(Deutschland) Die flächendeckende Elektrifizierung Deutschlands war kein plötzliches Ereignis, sondern ein Prozess, der sich über mehrere Jahrzehnte hinzog. Um die Marke von einer Million elektrifizierten Haushalten einzuordnen, muss man die Entwicklung der Infrastruktur betrachten.

Zuerst wurden Fabriken elektrifiziert.

Zweiphasen-Synchronmotor, Außenpolmaschine. Dieser Motor diente zum Antrieb von Papiermaschinen
Hersteller: BBC, 1893
Leistung: 88 kW

Der Zeitrahmen bis zur ersten Million Haushalte.

Obwohl die erste öffentliche Stromversorgung in Deutschland bereits 1884 (Berlin, Markgrafenstraße) in Betrieb ging, dauerte es etwa 20 bis 25 Jahre, bis die Marke von einer Million angeschlossener Haushalte erreicht wurde.

  • Um 1900: In ganz Deutschland gab es lediglich etwa 500 Elektrizitätswerke, die vor allem Industrieanlagen und wohlhabende Stadtviertel versorgten. Die Zahl der privaten Hausanschlüsse war noch minimal.

Mit der Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips 1866 durch Werner von Siemens wurden erstmals größere Mengen von elektrischer Energie verfügbar.

Durch die Erfindung des Transformators 1881 von Lucien Gaulard und John Dixon Gibbs wurde auch der Transport der größeren Energiemengen über weite Strecken kostengünstig möglich.


  • Der Durchbruch (1910–1920): Erst mit dem Ausbau der Fernleitungssysteme und der Standardisierung der Wechselstromtechnik stiegen die Zahlen massiv an. Trotz des Ersten Weltkriegs wurde die Elektrifizierung vorangetrieben.
  • Erreichen der Million: Experten gehen davon aus, dass die Schwelle von einer Million elektrifizierter Haushalte in Deutschland etwa im Zeitraum zwischen 1905 und 1918 überschritten wurde.

​Die Dynamik der Ausbreitung

Nachdem die erste Million erreicht war, beschleunigte sich das Tempo exponentiell, da die Kraftwerke effizienter wurden und der Energiegebrauch durch neue Haushaltsgeräte attraktiver wurde.


Hindernisse der Anfangszeit

​Dass es mehrere Jahrzehnte bis zur ersten Million dauerte, lag an verschiedenen Faktoren:

  1. Konkurrenz durch Gas: Viele Haushalte waren bereits an das Gasnetz für Beleuchtung und Kochen angeschlossen. Strom galt anfangs als teurer Luxus, der primär für Licht genutzt wurde.
  2. Inselnetze: Anfangs gab es kein Verbundnetz. Jede Stadt oder Fabrik betrieb ihr eigenes Gleichstrom- oder Wechselstromnetz mit unterschiedlichen Spannungen, was den großflächigen Ausbau erschwerte.
  3. Kosten: Die Installation der Leitungen in bestehende Mietshäuser war teuer und wurde oft erst bei Renovierungen vorgenommen.

​Es dauerte schließlich bis in die 1950er Jahre, bis auch die entlegensten ländlichen Regionen in West- und Ostdeutschland nahezu vollständig elektrifiziert waren.

Symbolbild aus dem Internet

QUELLE: Wikipedia, Eigene Recherche, GEMENI KI


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https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrifizierung?wprov=sfla1

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