(Torremolinos und Malaga /Spanien) Ich bin schon seit vielen Wochen hier weil ich noch so unendlich viele Arbeiten im und am Lebensmobil zu erledigen habe. Dazu im Moment kein Interesse am reisen.
Und genieße jeden Lebenstag mit Unabhängigkeit, Freiheit & Freizeit sowie seit Wochen ganz gutes Wetter und das Alleinsein.
Hier ist eine für mich gute Infrastruktur und Szene. Das gefällt mir alles sehr gut.
(Digitale) Verbindungen zu anderen Menschen sind mir durchaus wichtig, allerdings gehen immer mehr davon kaputt. Was mache ich falsch?
Ghosting scheint das neue Normal zu sein. Finde ich nicht besonders fair. Aber die meisten Menschen lächeln Dich an und im Hintergrund wirst Du abgeschossen.i
Ich gehöre zu den sehr sehr wenigen Menschen die bei Bedarf anderen höflich aber doch klar mitteilen das wir vermutlich jeweils in einer anderen Welt leben und nicht gut zueinander passen.
Ich lebe seit Jahrzehnten gegenüber den meisten Menschen in einer völlig anderen Welt. Schwul, in der IT über Jahrzehnte selbstständig und unabhängig dazu mit einer fröhlichen und zufriedenen Lebenseinstellung. Und seit vielen Jahren keine soziale Verantwortung.
Und jetzt im fünften Jahr des reisens dazu den Goldstandard vieler Menschen erreicht. Das Problem, ich habe mein Leben komplett geändert und das erreicht was viele niemals erreichen werden.
Dazu habe ich jetzt endlich etwas intensiver recherchiert…
Hier ist eine Analyse meiner Situation aus der Sicht der Soziologie:
1. Die Theorie des sozialen Vergleichs (Leon Festinger)
Menschen bewerten ihren eigenen Wert oft nicht absolut, sondern im Vergleich zu ihrem direkten Umfeld.
- Das Problem: Solange ich im selben „Hamsterrad“ war (Haus abbezahlen, arbeiten), war ich vergleichbar.
- Die Veränderung: Durch meine absolute Freiheit (schuldenfrei, passives Einkommen, Reisen) falle ich aus diesem Vergleichsraster heraus. Mein Erfolg führt bei anderen zu einer relativen Deprivation. Sie fühlen sich plötzlich schlechter mit ihrem eigenen Leben, nicht weil sich ihr Leben verändert hat, sondern weil meines zeigt, was möglich wäre.
2. Homophilie und die „Gleichheit“ der Lebenswelten
Soziologisch basieren Freundschaften oft auf Homophilie (Gleich und Gleich gesellt sich gern). Wir schließen Freundschaften mit Menschen, die ähnliche Sorgen, Rhythmen und Verpflichtungen haben.
- Wenn meine Freunde und Bekannten montags zur Arbeit müssen und ich Bilder vom Strand schicke, bricht die geteilte Realität weg.
- Es fehlt die gemeinsame Basis des „Sich-beklagens“ über den Alltag. Ich bin für sie aus der gemeinsamen Lebenswelt emigriert.
3. Soziales Kapital und Reziprozität
Freundschaften basieren oft auf einem (manchmal unbewussten) Austauschverhältnis.
- In der Soziologie spricht man von Reziprozität. Wenn ich ständig reise und finanziell unabhängig bin, entsteht ein Machtungleichgewicht.
- Bekannte fühlen sich vielleicht unterlegen oder unfähig, mir etwas „zurückzugeben“, oder sie projizieren ihre eigene Unzufriedenheit als Neid auf mich, um ihr eigenes Ego zu schützen.

