Mikes Weltreise / Mikes Journey

Nicht alle Benimmregeln muss man kennen, diese schon.

Habe ich gerade gelesen und möchte mir merken.


50 Knigge-Regeln für ein gutes Miteinander

  1. Darf das Handy im Restaurant auf dem Tisch liegen?
    In sehr vornehmen Restaurants würden Sie das Handy an der Rezeption hinterlegen und sich Bescheid geben lassen, wenn ein Anruf reinkommt. Aber wann ist man schon mal in solchen Restaurants? In bodenständigeren Lokalen gilt: Wenn Sie allein sind, scrollen Sie gern auf Ihrem Smartphone. Sobald Sie mit einer weiteren Person essen, sollte es im Flugmodus in der Tasche verschwinden. Wenn Sie einen wichtigen Anruf erwarten, sagen Sie es zu Beginn. Dann können Sie das Handy mit Vibrationsalarm auf den Tisch legen, mit dem Bildschirm nach unten.
  2. Ist es okay, sein Essen für Instagram zu fotografieren?
    Wenn Sie glauben, es tun zu müssen, kündigen Sie Ihr Fehlverhalten bitte an: »Ich weiß, das gehört sich nicht, aber ich mache mal eben ein Foto.« Tun Sie es möglichst schnell, und ziehen Sie Ihr Gegenüber auf keinen Fall mit hinein, etwa indem Sie die Person bitten, keinen Schatten zu werfen.
  3. Darf ich am Tisch die Nase putzen?
    Natürlich, aber dafür rücken Sie mit dem Stuhl 30 Zentimeter nach hinten und drehen sich um 180 Grad. Und zwar an der – Achtung: gefährliche Formulierung – weniger wichtigen Person vorbei. Haben Sie rechts von sich Ihre Schwiegermutter und links Ihren alten Kumpel, dann drehen Sie sich zu Ihrem Kumpel. Alles Weitere erledigen Sie bitte so geräuschlos wie möglich.
  4. Darf ich meinem Schwiegervater bei Tisch politisch widersprechen?
    Gute Gespräche leben von Kontroverse und Provokation. Ist Ihr Schwiegervater der Gastgeber, können Sie nach eigenem Ermessen Rücksicht auf seine Position nehmen. Ist er hingegen bei Ihnen zu Hause: Feuer frei.
  5. Darf ich beim Geschäftstermin Spaghetti essen?
    Entgegen der verbreiteten Annahme: Dürfen Sie. Die Frage ist eher, ob Sie es auch können. Zumindest sollten Sie an dem Tag kein weißes Hemd tragen.
  6. Darf man beim Zuprosten anstoßen?
    Im Wirtshaus stoßen Sie bitte miteinander an, wann immer Ihnen danach ist. Wenn Sie in einem etwas gehobeneren Kontext unterwegs sind, sollten drei Bedingungen zusammenfallen: ein besonderer Anlass, baugleiche Gläser und der gleiche Inhalt. Wenn neun Leute Champagner trinken, schließen Sie jedoch die zehnte Person, die Mineralwasser trinkt, nicht aus.
  7. Muss ich Ja sagen, wenn der Kellner fragt, ob’s geschmeckt hat?
    Nein. Sie können einfach Danke sagen.
  8. Gilt beim Trinkgeld noch die Zehnprozentregel?
    Grundsätzlich schon. Wenn Sie eine größere Gesellschaft sind, für die mehrere Servicekräfte im Einsatz waren, und es viele Sonderwünsche gab, dürfen Sie sich gern großzügiger zeigen. Sind Sie unzufrieden, darf es weniger sein als zehn Prozent, verbunden mit der freundlich vorgetragenen Bemerkung: »Ich hätte mich gefreut, wenn Sie ab und zu nach uns geschaut hätten.« Ohnehin ist Trinkgeld eine freiwillige Zuwendung.
  9. Ist es okay, wenn ich im Theater auf dem Weg zu meinem Mittelplatz den Leuten den Hintern hinhalte?
    Erstens: Es heißt Gesäß. Zweitens: nein. Wann immer Sie sich im Theater, in der Oper oder im Kino zu Ihrem Platz quetschen, schauen Sie die Personen an, die mit Ihnen in einer Reihe sitzen. Ein »Entschuldigen Sie bitte« oder »Verzeihung« entspannt die Situation. Damit Sie gar nicht erst in diese Lage geraten, sollten Sie umso früher da sein, je weiter mittig sich Ihr Platz befindet.
  10. Man klatscht im Konzertsaal nicht zwischen den Sätzen einer Sinfonie, gilt das noch?
    Unbedingt. Eine Sinfonie ist ein Gesamtwerk, das nicht unterbrochen werden soll. Nach einer Opernarie hingegen können Sie applaudieren und sogar »Bravo!« rufen. So viel Ekstase darf sein.
  11. Darf ich im Kino Chips essen?
    Da Popcorn nur unwesentlich leiser ist: natürlich. Falls Sie das Rascheln fürchten: Rollen Sie die Chipstüte vor Filmbeginn zu einer Art Schale auf. So kommen Sie geräuscharm an den Inhalt.
  12. Auf einem Empfang: Wer wird wem vorgestellt?
    Die in der Hierarchie höhere Person hat das Recht, zuerst den Namen der in der Hierarchie niedrigeren Person zu erfahren. Sollten Sie dem Bundespräsidenten vorgestellt werden, wird man Ihren Namen vermutlich als ersten nennen.
  13. Ist »Mahlzeit!« ein zulässiger Gruß?
    Im Ruhrpott schon, einer Tradition der Bergleute folgend. Für den Rest Deutschlands gilt das wohl nicht.
  14. Dann eher »guten Appetit«?
    Streng genommen wünscht den nur die Köchin oder die Servicekraft. Gegessen wird, sobald die ranghöchste Person am Tisch zum Besteck greift und in die Runde lächelt. Da es sich jedoch eingebürgert hat, dass jeder jedem einen guten Appetit wünscht, wäre es unhöflich, sich dem zu verweigern.
  15. Wie ehrlich darf ich antworten, wenn jemand fragt, wie es mir geht?
    Hier gilt der Grundsatz: Leiden ist unprofessionell. Wie es Ihnen wirklich geht, verraten Sie dem engsten Freundeskreis oder der Familie. Wenngleich Fremde manchmal erstaunlich empathisch sein können.
  16. Wie rette ich mich, wenn mich jemand vollquasselt?
    Sie lassen einen Stift fallen, das schafft eine kurze Redepause. Während Sie ihn aufheben, fällt Ihr Blick »zufällig« auf Ihre Uhr, und Sie sagen: »Oh, tut mir leid, ich muss los.« Jetzt müssen Sie nur noch daran denken, immer einen Stift dabei zu haben.
  17. Darf ich Eltern bitten, ihre Kinder bei meiner Feier zu Hause zu lassen?
    Kinder mögen unsere Zukunft sein, aber sie müssen nicht an jedem Fest teilnehmen. Umgekehrt sollten Sie es den Eltern nicht verübeln, wenn sie Ihrer Veranstaltung dann fernbleiben.
  18. Wie reagiere ich, wenn ich ein Buch geschenkt bekomme, das ich schon besitze?
    Zunächst freuen Sie sich, bitte, dass Sie beschenkt werden. Später, bei der Verabschiedung, sagen Sie: »Mir ist aufgefallen, dass ich das Buch schon habe. Meinst du, wir können es umtauschen?« Sollte Ihnen das unangenehm sein: Verschenken Sie es weiter.
  19. Muss ich die Runde verlassen, wenn jemand politisch inkorrekt wird?
    Solange es nur ums Gendern geht, sollten Sie Dissens aushalten können. Bei Rassismus oder Sexismus ist es Ihre Pflicht dazwischenzugehen. Sollte das nicht helfen, entziehen Sie sich der Situation und sprechen die Person später noch einmal direkt darauf an.
  20. Darf ich Fleisch servieren, wenn Veganer eingeladen sind?
    Veganismus ist keine Religion, deshalb müssen Sie tierische Produkte nicht meiden, nur weil Ihr Gast es tut. Vorausgesetzt, Sie servieren ihm eine entsprechende Alternative. Versuchen Sie nicht, sich gegenseitig zu missionieren.
  21. Darf ich Geschirr spülen, solange noch Gäste da sind?
    Wenn Sie sich kommentarlos in die Küche verziehen und mit dem Abwasch beginnen, wirkt das wie ein Rausschmeißer. Wenn Sie aber sagen »Bitte unterhaltet euch weiter, trinkt den Wein leer, ich muss nur kurz die Schüssel für den Nachtisch sauber machen« – dann hat jeder Verständnis.
  22. Wie sage ich meinen Gästen, dass sie allmählich gehen sollen?
    Mit aller Klarheit. Bestenfalls sagen Sie von vornherein, wann die Party endet. Auf Einladungen zu Bällen stand traditionell, dass um zwei Uhr die Kutschen vorfahren, um die Gäste abzuholen. Sollten Ihre partout nicht gehen wollen, ziehen Sie sich kommentarlos in die Küche zurück und beginnen mit dem Abwasch (siehe 21).
  23. Sage ich einer Freundin, dass ich ihre neue Hose hässlich finde?
    Entspricht die Hose lediglich nicht Ihrem Geschmack, lassen Sie es sein. Möchten Sie Ihre Freundin vor einer Stilsünde bewahren, sprechen Sie es an. Unter vier Augen und mit den freundlichstmöglichen Worten.
  24. Darf ich eine Person nach ihrem Alter fragen?
    Dünnes Eis. Lieber nicht.
  25. Dürfen Eltern mit ihrem Kind angeben?
    Sie müssen nicht erzählen, dass Ihr Kind schon dreimal Bundessieger bei Jugend musiziert war. Sagen Sie einfach: Mein Sohn spielt Schlagzeug.
  26. Darf ich das Benehmen von Kindern anderer kritisieren?
    Es sind schon Freundschaften daran zerbrochen, dass die Erziehung eines Hundes bemängelt wurde. Vertrauen Sie darauf, dass Eltern ihre Kinder bei größeren Vergehen selbst zur Räson bringen. Bei kleineren Vergehen seien Sie großzügig.
  27. Mache ich jemanden darauf aufmerksam, wenn er mir eine Anekdote zum wiederholten Mal erzählt?
    Nein, Sie hören sich die Story voller Enthusiasmus das zweite, dritte und auch vierte Mal an. Es geht nicht um den Inhalt, sondern um die Zeit, die man sich füreinander nimmt.
  28. Muss ich mich entschuldigen, wenn ich einer Frau in den Ausschnitt gesehen habe?
    Handelt es sich um einen flüchtigen Blick, würde die Sache dadurch nur unangenehmer, für beide Seiten. Ein Starren dagegen wäre mit keiner Bitte und Entschuldigung wiedergutzumachen. Wenn Sie als Frau merken, dass Ihnen jemand auf den Ausschnitt starrt, sagen Sie es ihm. Das kann befreien und stärken. Sollte Ihnen eine verbale Konfrontation unangenehm sein, starren Sie einfach zurück.
  29. Darf man Angehörige von Verstorbenen nach der Todesursache fragen?
    Tendenziell ungeschickt. Sie wissen nicht, welche Wunden Sie damit womöglich aufreißen. Tasten Sie sich allenfalls behutsam vor, so geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, von sich aus zu erzählen.
  30. Nach einer gesundheitsbedingten Auszeit kommt eine Kollegin zurück zur Arbeit. Darf ich sie auf ihre Krankheit ansprechen?
    Nicht in der Kaffeeküche. Auch nicht, wenn Sie bereits auf dem Sprung zum nächsten Termin sind. Auf keinen Fall, wenn fünf Kollegen um Sie herumstehen. Und nur dann, wenn Sie bereit sind, sich ihre ganze Geschichte anzuhören.
  31. Darf ich jemandem sagen, dass er müde aussieht?
    Nicht am ersten Tag. Wenn es nach einer Woche immer noch der Fall ist, können Sie schon mal vorsichtig nachfragen.
  32. Was sage ich zu einem Bekannten, der an Gewicht verloren hat?
    Lieber nichts. Sie wissen nicht, ob er einfach mehr Sport treibt oder vielleicht eine Essstörung hat.
  33. Darf ich eine Frau fragen, ob sie in anderen Umständen ist?
    Unter keinen Umständen.
  34. Darf ich als Mann einer Kollegin ein Kompliment machen?
  35. Wie schreibt man jemanden auf Tinder an?
    »Bock auf Schnaps und Bettsport?« So auf keinen Fall. Der Rest ist verhandelbar.
  36. Muss ich bei einem Date sitzen bleiben, obwohl ich von Anfang an merke, dass es nicht so recht passt?
    Ja. Der erste Eindruck muss nicht immer der richtige sein. Sollten Sie sich jedoch bedrängt oder bedroht fühlen, ist Höflichkeit zweitrangig.
  37. Wer zahlt beim ersten Date?
    Gemeinhin gilt: Wer das Date initiiert, übernimmt die Rechnung. Wenn Sie diese Frage gar nicht erst aufkommen lassen wollen, laden Sie von Anfang an ein, egal ob Mann oder Frau.
  38. Darf ich im Zug telefonieren?
    Im Ruheabteil nie. Wenn Sie es in anderen Abteilen ebenfalls bleiben lassen: umso besser. Sollte es unabdingbar sein, verzichten Sie darauf, Firmeninterna oder Beziehungsprobleme durch den Zug zu plärren. Ähnlich verhält es sich auch beim Anschauen von Videos: Falls Sie das Gefühl haben, die Umsitzenden möchten dringend mithören, dürfen Sie auf Kopfhörer verzichten. Aber nur dann.
  39. Darf ich auf meiner Reservierung bestehen, wenn auf meinen Bahnsitzplätzen bereits ältere Mitreisende sitzen?
    Wer keinen Sitzplatz reserviert hat, ist selbst schuld, wenn er aufstehen muss. Trotzdem sollten Sie bei älteren, gebrechlichen oder schwangeren Mitreisenden nur dann auf Ihrer Reservierung bestehen, wenn es nicht anders geht. Gibt es noch freie Plätze, suchen Sie sich einen anderen, unter dem Vorbehalt, notfalls auf die Reservierung zurückzukommen. Sollten die Reservierungsdiebe nur bis zum nächsten Bahnhof weiterfahren, überstehen Sie diese Strecke auch im Stehen.
  40. Wann trägt man Krawatte?
    Wenn Ihnen danach ist. Vorgeschrieben wird sie kaum noch. Selbst die Sparkassen haben die Schlipspflicht vor einigen Jahren aufgehoben.
  41. Sind Turnschuhe zum Anzug erlaubt?
    Sofern sie aus Leder sind. Und sauber. Für Veganer sind natürlich Ausnahmen erlaubt.
  42. Und wie sieht es mit der Baseballcap in Innenräumen aus?
    Eine Kopfbedeckung diente ursprünglich allein dem Schutz vor Regen, Wind und Sonne. In Innenräumen nahm man sie ab. Anders verhält es sich etwa mit einem Trachtenhut oder einem Schleier, die Teil des Outfits sind. Ähnliches mag inzwischen für die Cap gelten. In der Kirche nehmen Sie sie aber bitte ab.
  43. Wie lange darf ich mir Zeit lassen, bis ich eine E-Mail beantworte?
    Eine Faustregel besagt: 24 Stunden. Wer das nicht schafft, sollte eine Wasserstandsmeldung abgeben: »Nachricht ist angekommen, melde mich.«
  44. Ist es noch zeitgemäß, jemanden einfach so anzurufen, ohne dass man es vereinbart hat?
    Bei Jüngeren mag das verpönt sein. Versuchen Sie es einfach. Wenn der Angerufene nicht rangeht, werden Sie es merken.
  45. Muss ich WhatsApp-Nachrichten mit Anrede und Grußformel schreiben?
    Im Business-Kontext eher ja. Wenn Sie innerhalb eines Tages ein zweites oder drittes Mal antworten, fällt die Anrede weg. Privat dürfen Sie das lockerer nehmen. Steht ein Freund vor einer wichtigen Prüfung, reicht ein »Viel Glück!«.
  46. Und wie sieht es aus mit Zeichensetzung sowie Groß- und Kleinschreibung in WhatsApp?
    Halten Sie sich daran, allein damit Sie es nicht verlernen.
  47. Ist es angebracht, per WhatsApp zu kondolieren?
    Ja. Wobei das Medium auch die Botschaft ist. Eine Beileidskarte wirkt wertschätzender. Im Zweifel schicken Sie der WhatsApp eine Karte hinterher.
  48. Wie lang dürfen Sprachnachrichten sein?
    Bei doppelter Geschwindigkeit sollten Sie sie in weniger als einer Minute anhören können. Alles andere nervt.
  49. Gibt es einen Dresscode für Videomeetings?
    Ziehen Sie das an, was Sie bei einem persönlichen Treffen tragen würden. Versuchen Sie, sich farblich von Ihrem Hintergrund abzuheben, damit Sie nicht mit der Tapete verschmelzen. Eine Hose ist nicht zwingend. Haben Sie keine an, sollten Sie spontanes Aufstehen vermeiden.
  50. Muss ich die Kopfhörer abnehmen, während ich im Supermarkt an der Kasse bezahle?
    Ja, es sei denn, die Kassiererin hat auch welche auf.

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