Es kann, dank D. Trump, relativ unbemerkt sehr böse werden: Virustyp D1.1 des Vogelgrippevirus H5N1 entdeckt.

(USA / Europa und die Welt) Dieser seriös recherchierte Bericht sollte jeden aufhorchen lassen.

Ich habe ihn aus DER SPIEGEL plus „ausgeborgt“. Siehe weiter unten.

Das Thema war bereits im letzten Jahr in meinem Blog präsent. Damals hatte ich einen fünfteiligen Beitrag dazu geschrieben.


Aus DER SPIEGEL plus

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vogelgrippe-neue-virusvariante-befaellt-us-kuhherden


Wachsende Angst vor Vogelgrippe

Neue Virusvariante befällt Kuhherden
Das Vogelgrippe-Virus grassiert unter Kühen in den USA, es konnte Menschen bislang wenig anhaben. Doch nun ist ein weiterer Erregertyp in Kuhmilch entdeckt worden. Wie gefährlich ist D1.1?

Von Claus Hecking, Boston, 07.02.2025

In den Vereinigten Staaten wächst die Sorge, dass die seit Monaten in Rinderherden grassierende Vogelgrippe lebensbedrohlich für viele Menschen wird.

Im US-Bundesstaat Nevada haben Kontrolleure des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in Kuhmilch erstmals den Virustyp D1.1 des Vogelgrippevirus H5N1 entdeckt.

Nach Informationen des SPIEGEL wurde diese Virusvariante auf acht Farmen nachgewiesen. Bislang war bei infizierten Kühen in den USA ausschließlich der Virustyp B3.13 gefunden worden. D1.1 grassierte nur unter Vögeln.

Damit hat offenbar zum zweiten Mal ein H5N1-Virus den Sprung von Vögeln auf Kühe geschafft. Für Personen, die pasteurisierte Kuhmilch trinken, stellt das Virus zwar keine Gefahr dar, D1.1 gilt aber als gefährlicher für Menschen, falls sie sich etwa über Rohmilch oder engen Kontakt mit erkrankten Tieren anstecken. Ob der Virustyp auch leichter auf Menschen übertragen wird, ist noch unklar.

D1.1 kann tödlich sein
Während die meisten mit B3.13 infizierten Menschen nur milde Symptome entwickelten, erkrankten mindestens zwei Personen schwer an Vogelgrippe, nachdem sie sich mit D1.1 angesteckt hatten. Anfang Januar starb im Bundesstaat Louisiana eine ältere Person an Lungenversagen; sie hatte sich mutmaßlich bei erkrankten Vögeln infiziert. Ende 2024 musste ein 13-jähriges Mädchen in der kanadischen Provinz British Columbia wochenlang beatmet werden, beinahe wäre die Jugendliche ums Leben gekommen.


Experten halten es nach dem Fund von D1.1 in Kühen für wahrscheinlicher, dass sich die Vogelgrippe zur nächsten Pandemie auswachsen könnte. »Dies ist ein Meilenstein. Wir sind einem öffentlichen Gesundheitsnotstand einen Schritt näher gekommen«, sagte Keith Poulsen, Direktor des Labors für Veterinärdiagnostik der Universität Wisconsin-Madison, dem SPIEGEL. »Nun müssen wir untersuchen: Wie groß ist dieser Schritt?«

Jürgen Richt, Leiter des Exzellenzzentrums für neu auftretende und zoonotische Tiererkrankungen des US-Ministeriums für innere Sicherheit, sprach von einem »neuen Szenario«: »D1.1 lässt Menschen offenbar schwerer erkranken als B3.13. Und wir wissen noch nicht, wie schnell der Virustyp von der Kuh auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.«

Maulkorb für Gesundheitsbehörde

Das US-Landwirtschaftsministerium hat angekündigt, die Gensequenz der in der Kuhmilch gefundenen D1.1-Variante kommende Woche zu veröffentlichen.

Den Umgang mit der neuen Virusvariante könnte allerdings erschweren, dass die neue US-Regierung von Donald Trump der Seuchenschutzbehörde CDC wie auch anderen staatlichen Gesundheitsbehörden eine weitreichende Kommunikationssperre auferlegt hat.

Auf der Website der CDC zur Vogelgrippe heißt es, die Seite werde gerade überarbeitet, um Trumps Anordnungen zu entsprechen.

Bis März 2024 galt es als unwahrscheinlich, dass sich Kühe überhaupt mit dem Vogelgrippe-Virus anstecken könnten. Dann wurden die ersten Infektionen in Texas bekannt; seither ist H5N1 in mindestens 959 Herden in 16 US-Bundesstaaten nachgewiesen worden.

Dass nun auch der Subtyp D1.1 auf Kühe übergeht, führt der Virologe und Veterinärmediziner Richt auf die »hohe Umweltkontamination« zurück: »Auf den Milchfarmen und in den Melkständen leben Tausende Spatzen. Die koten überallhin und scheiden das Virus aus.«

Auf US-Hühnerfarmen grassiert H5N1 derart stark, dass in den vergangenen Jahren Millionen Tiere getötet werden mussten.

Die Preise für Eier erreichen zurzeit immer neue Rekorde.

Viele Rinderfarmer sträuben sich gegen umfassende Kontrollen, da sie um ihr Geschäft fürchten. So führte die Vorgängerregierung unter Joe Biden erst kurz vor ihrem Abgang im Dezember 2024 ein nationales Testprogramm für Kuhmilch ein.

Ohne dieses Programm wäre D1.1 womöglich nicht entdeckt worden. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die Tests abgeschafft werden. Der designierte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy ist nicht nur als Gegner von Coronamaßnahmen und Impfungen bekannt, sondern auch als bekennender Trinker von Rohmilch. Dass Rohmilch mit H5N1 verseucht ist, falls sie von infizierten Kühen stammt, scheint ihn nicht zu kümmern, Kennedy das Thema wenig ernst zu nehmen.

Die Forscher warten nun darauf, dass das Landwirtschaftsministerium Proben von D1.1 zur Verfügung stellt. »Der Virustyp muss isoliert werden, und dann müssen Studien gemacht werden, ob er eine höhere Infektiösität hat und Menschen stärker erkranken lässt als B3.13«, forderte Richt.

Poulsen zufolge ist die allerwichtigste Frage, ob D1.1 so mutieren kann, dass der Erreger von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sollte dies geschehen, stünde die Welt tatsächlich am Rande der nächsten Pandemie.


Hinweis: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA KEINE obligatorische Seuchenschutzkasse für Landwirte, welche für Ausfälle und Schäden aufkommt.


Hier noch ein ziemlich gute Fachartikel:

https://www.sciencemediacenter.de/angebote/pandemiepotenzial-durch-mutation-die-risiken-von-h5n1-in-den-usa-24185


Symbolbild aus dem Internet

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